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grosses cover "Den Urlaub überleben - tausend wirklich brauchbare Reisetips"
(Beck'che Reihe, ISBN 3-406-37424-7,
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Kritiken

Alles rund ums Reisen... wärmstens zu empfehlen... (Hessischer Rundfunk)

Gut lesbar, amusant, informativ, unterhaltsam... (Süddeutscher Rundfunk)

Eine Fülle von Ratschlägen... unterhaltsam und kompetent geschrieben... (Südwest Presse)

Der ultimative Buchtip... (taz)

Das unentbehrliche Reisebuch... (Funk Uhr)

Die Tips sind unbezahlbar... spannend wie Krimis... (Radio Hundert, 6)

Praxisbewährte und unterhaltsam präsentierte Tips... (Spiegel Spezial)

Locker und flockig geschrieben, viel Lesespaß... (Dates)

Der Autor hat die unglaublichsten Dinge erlebt... Das Buch nennt Tricks, die sich noch nicht weltweit herumgesprochen haben... (Westd. Allg. Zeitung)

Der ehemalige Bankjurist Müller hat ein unterhaltsames Buch geschrieben, nicht nur für Traveller, sondern auch für zaudernde Nichtreisende. Mit drastischen Fällen steht das Buch auch jenen Rede und Antwort, die stets mit sorgenvoller Miene fragen: "Ja, ist das denn nicht gefährlich?" Keine Sorge, nach dieser Lektüre fragen die nicht mehr... (Die Zeit)



Inhaltsverzeichnis

Nur Reisen ist Leben, wie umgekehrt das Leben eine Reise ist.
(Jean Paul)

VORWORT
REISEVORBEREITUNG
REISEPLANUNG
DAS LIEBE GELD
DIEBE - BETRÜGER - RÄUBER
SICHERHEIT
GESUNDHEIT
GEPÄCK
ABREISE
ANKUNFT
INFO UNTERWEGS
REISEMÖGLICHKEITEN IM FREMDEN LAND
MISSVERSTÄNDNISSE
BENIMM
PROBLEME
SOUVENIRS, SOUVENIRS
FOTO - FILM - VIDEO
WEGE ZUM HIMMELREICH (Fremde Religionen)
ORGANISIERT REISEN
ÖKOLOGISCH REISEN
REISEN ALS FRAU ALLEIN
REISEN FÜR ÄLTERE HERRSCHAFTEN
REISEN BEHINDERTER
REISEN MIT KINDERN
REISEN MIT HAUSTIEREN
IM AUSLAND LEBEN
REISEN MIT EIGENEM FAHRZEUG
CAR-SHARING
MITFAHR-ZENTRALEN
AUTOSTOP
UNTERWEGS ZU FUSS
NACHWORT
ANHANG



Leseprobe

Eine Reise ist wie eine Liebe, eine Fahrt ins Unbekannte.
(Peter Bamm)

Vorwort

Bei ihrem ersten Flug fragte eine Dame die Stewardessen in der Küche im Heck des Flugzeuges, wo sie die Toilette finden könne. "Gehen Sie ganz nach vorn ans andere Ende dieses Ganges!" Die Dame bedankte sich, verschwand und kam nach ein paar Minuten wieder. "Haben Sie die Toilette gefunden?" vergewisserte sich die Stewardess freundlich. "Ja" kam die Antwort mißmutig, "aber es sitzen zwei Herren darin, die fernsehen." Sie war ins Cockpit geraten, wo Pilot und Copilot vor ihren Bildschirmen arbeiteten.
Die Gute könnte sicher viel aufregend Neues in diesem Reise-Ratgeber finden. Ich hoffe aber, auch dem erfahreneren Reisenden und sogar dem fortgeschrittenen Globetrotter Interessantes zu bieten, zum Beispiel Reisemöglichkeiten im fremden Land und - auch wenn sie dem Unterhaltungswert des Buches abträglich sind - die neuesten Tricks der internationalen Ganoven. Stellen Sie sich vor, Sie plaudern auf der Avenida Copacabana in Rio mit einem anderen Reisenden, den Sie gerade kennengelernt haben. Plötzlich steht ein Herr vor Ihnen, der sich als Geheimpolizist ausweist und Ihnen beiden mitteilt, dass er wegen Drogen-Missbrauchs ermittelt. "Ihre Nationalität bitte?" "Venezolaner" sagt Ihr Gesprächspartner. "Deutscher" sagen Sie. "Bitte Ihre Pässe!" Ihr Gesprächspartner überreicht sofort respektvoll seinen Pass. Wenn Sie das Kapitel DIEBE-BETRÜGER-RÄUBER in diesem Buch gelesen haben, können Sie nun sagen: "Ich kenne den Trick, mein Freund" und weitergehen. Sonst verlieren Sie vielleicht Ihre ganze Bargeldreserve...


Diebe - Betrüger - Räuber

Das kommt davon, wenn man auf Reisen geht.
(Carl Maria von Weber)

Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen.
(Goethe)

Diebe und Räuber warten nicht im Wald hinter einem Baum auf Ihr Opfer. Sie folgen dem nichtsahnenden Reisenden, der durch umgehängte Kamera, am Ort unübliche Kleidung, Schmuck, besonders aufwendige Kleidung, touristisches Verhalten auffällt, wenn er aus dem Luxushotel kommt, aus einem teuren Restaurant oder Geschäft. Er wird lange beobachtet. Sind beim Bezahlen eines Getränks, eines Busfahrscheins oder eines Markteinkaufs in der Geldbörse grosse Scheine sichtbar? Vielleicht sogar eine ganze Reisekasse? In welche Tasche wird sie gesteckt? Wo wird ein wertvoller Fotoapparat nach einer Aufnahme untergebracht? Sind in dem Behältnis andere Wertobjekte sichtbar? Dann entsteht an einer geeigneten Stelle - vielleicht erst eine halbe Stunde später - plötzlich ein Gedränge von einem Dutzend Kindern, Halbwüchsigen und Erwachsenen. Schubsen, Stubsen, Lachen - alles sehr lustig, jeder strahlt. Unmerklich eskamotiert dabei eine kleine Hand die Börse, die rasch von Hand zu Hand aus dem Kreis hinauswandert. Der erste Dieb ist sofort "sauber". Das läuft sogar neuerdings schon als Zwei-Mann-Show. Ein Partner geht kurz vor dem reichen Ausländer auf der Häuserseite des Gehsteiges. Plötzlich bleibt er stehen und bückt sich, um einen Schnürsenkel festzubinden. Der Tourist kann nicht überholen, da auf der Strassenseite gerade eine Frau entgegenkommt, und fällt fast über seinen Vorgänger. Während er mühsam sein Gleichgewicht wiedergewinnt und an alles auf der Welt ausser seinem Portemonnaie denkt, lässt die Frau, die ihn vielleicht mit einer Hand noch freundlicherweise am Fallen hindert und dadurch ablenkt, es mit geschicktem Griff verschwinden. Gute professionelle Teamarbeit, die man nur bewundern kann.

Eine andere Inszenierung lernte ich in Saigon kennen, das heute kaum noch jemand Ho-Chi-Minh-City nennt. Als ich versonnen über den Bürgersteig vor dem Rathaus aus französischer Kolonialzeit marschierte, gingen einige Leute um mich herum etwas schneller. Ein Fahrrad wurde mir mehrfach in die Kniekehlen gestoßen, lenkte mich ab und trieb mich in die Hände von zwei überaus geschickten Taschendiebinnen, die vor mir her schlenderten. Als ich nach kurzer Kontrolle merkte, dass mein Portemonnaie verschwunden war, waren es auch die beiden Damen. Da ich nicht mit der Schande leben wollte, mich wie ein Dorfdepp ausnehmen zu lassen, beschlagnahmte ich das Fahrrad hinter mir. Die Besitzerin sagte kein Wort des Protestes und war nach drei Sekunden nicht mehr zu sehen, was ihre Mitschuld bewies. Ein Komplize löste das Vehikel mit meiner Börse aus.

Ein anderes Mal hatte ich weniger Glück. Ich saß im Touristenbüro von Santiago de Chile an einer Reihe von Beratungstischen, Fußkontakt zu meinem Rucksack. Meine Beraterin stand auf, um zum Nasepudern hinauszugehen. Als der Nachbartisch frei wurde, setzte ich mich für ein paar Fragen dorthin. Die Dame war besonders hübsch und ich war nach einem Nachtflug besonders müde, im schönsten jet lag. In meiner Verwirrung ließ ich meinen Rucksack ein paar Schritte entfernt an dem anderen Tisch stehen. Von hinten trat eine Dame an den Tisch heran, zwischen meinen Rucksack und mich. Sie bat die Beraterin um einen Stadtplan und erhielt ihn. Dann fragte sie nach einem Hotel. Meine Beraterin wies darauf hin, dass ich als Erstgekommener Vorrang habe. "Oh ja, Entschuldigung!" meinte die Dame und verließ das Büro. Mein Rucksack war inzwischen verschwunden. Ich sauste hinaus, schaute nach der Dame, nach ihrem Komplizen, der meine Siebensachen hatte. Schließlich bat ich einen Streifenwagen, eine Beschreibung des Rucksacks über den Polizeifunk zu geben. Ohne Erfolg. Es war gekonnte, leider erfolgreiche Ablenkung!

Es mag Sie auch eine der berüchtigten spanischen Clavieras unter dem Vorwand ablenken, Ihr Herz durch Anstecken einer roten (= Liebe!) Nelke an Ihren Rockaufschlag zu erfreuen, ein "verirrtes" Pärchen mit der Bitte um Erklärungen auf einer großflächig abdeckenden Stadt- oder Landkarte. Dabei lehnt sich vielleicht die junge Dame hilfe- und schutzsuchend etwas an Sie. Ein Landsmann aus der trauten Heimat, der seine Urlaubskasse aufbessern will, kann Sie mit der tragischen Geschichte persönlicher oder familiärer Schicksalsschläge wie von einem Diebstahl, einem Überfall, einem Einbruch oder dergl. angehen. Meist alles Vorwände, um Sie dabei auszunehmen. Natürlich soll und will man hilfsbereit sein. In dem letzteren genannten Fall wird Ihnen die Reaktion auf die Frage, ob und bei welcher Polizeistelle bereits Anzeige erstattet wurde, ob man sich dort erkundigen könne, ob man den Geschädigten hinfahren solle, zeigen, ob die Geschichte vom geschilderten Verbrechen stimmt.

Flinke Diebeshände verbergen sich oft hinter einer über den anderen Arm gelegten Zeitung, Akte, einem Kleidungs- oder Gepäckstück, um unauffällig arbeiten zu können. Fixe Jungs halten Ihnen oft einen Hut entgegen, als ob sie damit betteln wollten. Mit der freien Hand langen sie in Ihre Taschen. In Italien sieht man neuerdings Frauen mit Kindern, die mit einer Hand Touristen ein Kartonschild unter die Nase halten, auf dem in mehreren Sprachen eine Bitte um Hilfe geschrieben ist. In seinem Schutz hilft die andere Hand sich selbst zu Portemonnaie, Brieftasche oder ähnlichen Schätzen. Oft lenkt auch eine Komplizin in aufregendem Minirock oder einem Ausschnitt für 92 Personen von einem Diebstahl ab.

Eine widerliche Methode haben neuerdings Taschendiebe erfunden, die an die Hilfsbereitschaft ihrer Opfer appelieren. Vor Ihnen stolpert plötzlich ein Mann und fällt der Länge nach hin. Sie helfen ihm auf die Beine und merken erst später, dass Ihre Brieftasche fehlt.

Machen Sie es den Dieben schwer. Stecken Sie Groschenbeträge in eine Tasche, aus der Sie Kleinbeträge für Strassenbahnen, Busse und Ähnliches bezahlen. Verwahren Sie in Ihrer Börse nur den finanziellen Tagesbedarf, nicht mehr. Heben Sie diese nicht in der leicht zugänglichen Gesässtasche auf, sondern in einer Seitentasche mit Reissverschluss. Schneller und nur mit Geräusch zu öffnen wäre ein Klettband-Verschluss. Ich habe das ausprobiert, aber die Hakenseite hat das vielfache tägliche Öffnen und Schliessen nicht lange unbeschadet überstanden. A propos: Früher konnte man in Ländern wie z. B. England Wechselgeld ohne Nachzählen bedenkenlos einstecken. Ich mußte zu meinem Schaden feststellen, dass selbst dort heute böse Buben unterwegs sind. Bezahlen Sie ohne Zeugen auf der Straße möglichst nicht mit zu großen Scheinen (wie 1000 statt 100, wenn z. B. 80 zu zahlen sind). Wechseln Sie diese besser nur in der Bank oder einem seriösen Geschäft. Der Verkäufer wird dann nicht behaupten, einen kleineren Schein erhalten zu haben oder Ihnen einen Berg von Falschgeld herausgeben.

Es ist tröstlich zu wissen, dass nach offiziellen Schätzungen nur ein Hundertstel Prozent der umlaufenden amerikanischen Banknoten gefälscht sind. Aber das sind bei ca. 350 Mrd. $ Umlauf doch immerhin 35 Millionen, meist 100-$-Scheine, der höchste Banknotenwert, bei dem sich der Fälschungs-Aufwand am meisten lohnt und der zudem auch am leichtesten zu fälschen ist. Vermeiden Sie möglichst, Hunderter-Noten außerhalb von Banken anzunehmen. Einige vorsichtige Reisende lassen sich selbst in Banken beim Geldwechseln - besonders in Dollar - nur kleinere Scheine geben. Wie recht sie haben, zeigt folgende Geschichte: Ein Beamter der Deutschen Bundesbank landete in Kenia im Gefängnis, da er ausgerechnet von einer deutschen Großbank einen falschen US-Hunderter erhalten hatte. Zum Glück hatte er die Wechselquittung dabei und konnte so die peinliche Panne beweisen. Natürlich werden auch andere Währungen gefälscht, meist 100-DM- und 100-SF-Scheine, z. T. mit den technisch immer perfekteren Farb-Kopierern und Scannern.

Immer wieder werden es im Ausland Schlingel versuchen, Ihnen beim Bezahlen zu erzählen, dass Ihr Geldschein leider falsch, ungültig, abgewertet, dass die ganze Serie längst aus dem Verkehr gezogen ist und was der verwegenen Späßchen mehr sind. Liebenswürdigerweise will man Sie aber gegen Zahlung von 10 oder 20 % von dem wertlosen Wisch befreien, weil Sie ein armer Ausländer sind und man Ihnen einen Teil des Schadens abnehmen will. Man habe Freunde, die derlei Falsifikate absetzen können. Die Geschichte ist alt wie Methusalem. Fallen Sie nicht darauf herein!

Weit verbreitet ist neuerdings ein Trick, an Dinge wie die umgehängte Foto- bezw. Videotasche (und gleichzeitig an andere oft ebenfalls darin verwahrte hübsche Sachen) zu kommen: Ein frecher Bengel spritzt heimlich oder offen dem Ausländer aus einer Tube Zahnpasta, Senf oder Sahne auf die Jacke. Die hilfsbereiten Umstehenden beschimpfen und verjagen den Lümmel. Mit vereinten Kräften reiben, reinigen und reissen sie an der Jacke herum, leeren sie dabei unauffällig und lassen bei dem Getümmel ausser der Geldbörse auch die Umhängetasche mit Inhalt verschwinden. Misdirection is the name of the game - Ablenkung ist alles!

Mit den gleichen Methoden werden die halbmondförmigen, auftragenden, aussen um den Leib getragenen Känguruh-Taschen geplündert. Reissverschluss auf, alles raus. Oder ein schneller Schnitt durch den Gürtel und die ganze Tasche verschwindet nebst Geld, Reiseschecks und Pass. Einige Globetrotter haben Portemonnaies mit Kette und solider Gürtelbefestigung ("Go Gard"), auch innenliegend zu tragen, ein Geldfach in der Unterhose, einer als solche benutzten Turnhose, im Absatz, in der Schuhlasche, oder stecken eine Notreserve in die Strümpfe, unter den Strümpfen in die Schuhe oder binden Geld und Pass mit einer elastischen Binde um die Waden. Es gibt auch fertige Taschen, die man um die Waden schnallt und Halfter, die man unter der Achsel trägt wie James Bond seine Pistole. Der Gurt, der quer über der Brust wie ein Patronengurt getragen wird, ist schön auffällig in Wild-West-Manier. Alles schon recht bekannt in einschlägigen Kreisen der Diebeszunft, die dann zugreift, wenn man beim Schuhwechsel mal das Umräumen vergisst, duscht oder schwimmt - meist ja leider ohne Schuhe, Strümpfe und Pistolenhalfter. Hier sind einige bessere Methoden: Benutzen Sie einen Brustbeutel, befestigen Sie die Schnur am Gürtel oder inneren Hosenbund, sodass der Beutel in Knie oder Schenkelhöhe innerhalb des Hosenbeins baumelt. Kaufen Sie einen Geldgürtel, der innen einen Reissverschluss hat, in den man kleingefaltete Banknoten steckt. (Reiseschecks und Pass sind ja, wie oben dargelegt, nicht unersetzlich.) Obwohl diese Gürtel in Europa und Thailand in mittleren Stückzahlen verkauft werden, sind sie in anderen Ländern relativ wenig bekannt. Sie sehen "unschuldig" aus, tragen nicht auf, sind schwer zugänglich und man denkt beim Hosenwechsel auch meist automatisch an das Wiederanlegen. Und welcher Dieb wird das Risiko auf sich nehmen, hundert Touristengürtel aufzuschlitzen oder an sich zu bringen, um vielleicht einen "geladenen" zu finden?

Gleich gut, aber bekannter, sind die Geldtaschen, die man unter Hemd und Hose, bzw. Bluse und Rock um den Leib bindet und die getrennte Fächer für Pass, Geld und Schecks bieten. Nehmen Sie für heisse Länder solche aus Baumwolle. Unter den synthetischen schwitzt man unangenehm. Eine reiseerfahrene Bekannte hat eine Einfachversion dieser Taschen erfunden: Ein breites Gummiband wird an einen Waschhandschuh genäht, der offen bleibt. Schlicht und doch so ergreifend, aber bei 45° C in Karachi wird einem sogar das Gummiband um die Taille zu beengend und lästig. Sie können auch Ihr auffaltbares Portemonnaie mit einer Schlaufe versehen, die Sie um Ihren Gürtel legen, und es an der Innenseite der Hose tragen. Für Damen gibt es einen BH-Safe, der mit einem Klettband am BH-Träger befestigt werden kann. All das trägt allerdings mehr auf und ist dadurch für Diebe sicht- und fühlbar.

Mein Vorschlag: Nähen Sie bzw. lassen Sie von einer Ihrer Sklavinnen (Sklaven) einen einfachen viereckigen Beutel in Passgrösse, oben offen, nähen oder investieren Sie in einen der oben genannten Waschhandschuhe (ich ziehe allerdings einen dünneren, festeren Baumwollstoff vor). Auf die Schnelle tut es auch ein abgeschnittener Strumpf. Befestigen Sie ihn mit zwei oder drei Sicherheitsnadeln, besser einem Klettband innen am Hosenbund bzw. Rock. (Abbildung 3.) Geld, Reiseschecks, Kreditkarte, evtl. auch der Pass (alles in eine Plastiktüte eingeschlagen gegen Schweiss, unfreiwillige Bäder, verschütteten Champagner) haben dort ihren Platz außer einem Extrabetrag, für den ich weiter unten Ihre geneigte Aufmerksamkeit erbitten werde. Diskret mit einem Griff von aussen zu erreichen, ohne Hemdknöpfe, Reissverschlüsse, Gürtel, Hosenteile öffnen zu müssen, (noch) wenig bekannt, körpernah, unauffällig, da nicht auftragend, kaum fühlbar, da ohne einengende Bänder, Gummis und dgl., leicht beim Hosenwechsel mit Portemonnaie und Taschentuch zu transferieren. In unsicherer Umgebung sollten Sie die ganze Hose nachts gefaltet unter Ihr Kopfkissen legen, sie ins Badezimmer mitnehmen und sie beim Schwimmengehen in Ihr Gepäckstück einschließen.

Damen bietet der "doppelte BH" ein recht sicheres, diskretes Versteck: Kaufen Sie zwei gleiche BHs. Schneiden Sie bei einem die Körbchen aus und nähen Sie diese auf die des anderen BHs. Lassen Sie dabei eine Öffnung von einem Fünftel oben offen. Hier können Sie Geldscheine, Schmuckstücke und dergl. unsichtbar deponieren, wenn Sie darüber nicht gerade einen sehr engen Pullover tragen. Natürlich können Sie auch bei einem gefütterten BH eine Öffnung auftrennen. Der Trick wurde entdeckt, als eine Spionin mit zu engem Pulli einen Film in dem Versteck schmuggelte.

Eine Reihe von Firmen bieten mehr oder weniger wirksame Sicherungs-Systeme an. Dazu gehören die einfachen, kleinen, leichten und praktischen Alarmgeber von Quorum. Sie sind batteriebetrieben, geben bei Auslösung einen Alarmton von über hundert Dezibel und werden im Strukturvertrieb meist in Elektronik-Geschäften verkauft. Der Bewegungsmelder "Elert" mit Tasten-Code kann ein Gepäckstück sichern. Der "Paal" wird durch Herausziehen eines Stiftes (den man an einem kaum sichtbaren Angelfaden befestigen könnte) aktiviert. Der Lärm dürfte die meisten Diebe, Einbrecher, vielleicht sogar Angreifer in die Flucht schlagen. 43 gut investierte Mark für diese Alarmanlage des kleinen Mannes. Für Perfektionisten gibt es dann zum zweieinhalbfachen Preis noch den Typ "Pir Pal" mit eingebautem Blinklicht, Taschenlampe, Wecker mit Schlummertaste, bis 6 m wirksamem Infrarotsensor. Er ist recht geeignet als Nachtwächter im Hotelzimmer. Ob das nächste Modell auch noch ausfahrbare Hubschrauber-Rotoren = Unterwasser-Propeller bekommt?

Etwas preiswerter sind ähnliche Geräte bei ELV Elektronik in Leer/Deutschland. Besonders praktisch ist der "Koffer-Wächter", ein unauffällig am Gepäckstück befestigter Bewegungsmelder, mit vierstelligem Zahlen-Code gesichert und mit integriertem Adreßschild versehen. Einen i-Punkt größer ist "Cycle-Guard", gleichfalls ein Bewegungsmelder, allerdings mit Schlüssel und dem Vorteil, dass er einen kurzen Warnton abgibt, ehe er lostrompetet. Wenn Sie vom Flugzeug aufs Fahrrad umsteigen, kann das Gerät auch als Signalhorn im Verkehr eingesetzt werden (Kosten: 24,95 bzw. 39.95 DM).
Der South American Explorers' Club, der in besonders Diebstahl- und Überfall-gefährdeten Ländern arbeitet, weist mit Recht darauf hin, dass es wichtiger als Geld- und Wertobjekte-Sichern oder -Verstecken ist, als Tourist überhaupt erst gar nicht aufzufallen. Studieren Sie in der Öffentlichkeit keine Landkarten und Stadtpläne. Vermeiden Sie es, bunt gekleidet, vielleicht landesunüblich in Shorts, Sandalen, weißem Sonnenhütchen, laut in Ihrer (hier fremden) Sprache redend, mit der Kamera um den Hals, wild gestikulierend, in grosser Reisegruppe herumstehend, die zurückgebliebenen Maxe und Amalie mit grossem Winken heranzurufen und ihnen mit hochgerecktem Arm die Kathedrale zu zeigen. Vermeiden sie grundsätzlich den Eindruck von fehlender Ortskenntnis und Unsicherheit. Stopfen Sie nicht Stadtpläne und Reiseprospekte sichtbar in die Taschen. Bleiben Sie in Bewegung, marschieren Sie weiter - zügig und selbstsicher. Sie sind dann weniger ansprechbar und angreifbar. Fragen Sie in der Straße lieber anständig aussehende Leute, als sich ansprechen zu lassen. Sie bestimmen dann Ihren Gesprächspartner und haben Chancen, an einen der ehrlichen Menschen zu geraten, die ja zum Glück in dieser Welt - noch - in der Überzahl sind.

Es gibt Traveller, die für längere Aufenthalte in besonders gefährlichen Städten Hemd und Hose voller Farbflecken und einen leeren Topf mit eingetrockneter Farbe mitnehmen. Niemand wird den "einheimischen Handwerker" bestehlen oder überfallen. In dem Farbtopf kann er sogar noch seine Börse mit Kleingeld und sonstigen Krimskrams griffbereit mitnehmen.

Lassen Sie sich nicht von einem - möglicherweise im Hinblick auf Sie inszenierten - Strassen-Zweikampf ablenken, von dem schmächtigen Verfolgten, der sich in Ihre Arme rettet und Sie ausnimmt, während sein Verfolger Sie in eine ablenkende Diskussion verwickelt, oder einem (falschen?) Kellner im Strassencafé, einer Dame, die vor Ihren Füssen scheinbar in Ohnmacht fällt, einen Herzanfall hat, einen Schreikrampf bekommt, etwas "verliert", dem Mann, der Sie in ein Gespräch verwickelt, Ihnen anbietet, Sie mit Ihrem Apparat zu fotographieren, auf Ihr Gepäck aufzupassen, einem freundlichen Zeitgenossen, der versucht, Ihnen Juckpulver zu verabreichen oder Ihre Brille von der Nase zu nehmen und Sie damit zum Hochnehmen der Arme veranlasst. Ein Komplize mag gleichzeitig rasch mit Ihren Wertsachen verschwinden. Der Club weiss, wovon er redet - in Lima und Quito!

Erinnernswert ist auch der Trick mit dem verlorenen Geld: Sie sitzen auf einer Parkbank, in einem Bahnhof oder einem Restaurant, in Körper- und Blick-Kontakt mit Ihrem Gepäck. Ein oder zwei Meter entfernt hält jemand einen Geldschein hoch und fragt, ob er Ihnen gehört. Der Schein mag auch auf den Boden fallen, in die Nähe Ihrer Füsse, aber immer in der Ihrem Gepäck entgegengesetzten Richtung. Jedenfalls wird Ihre Aufmerksamkeit abgelenkt. In dem Augenblick, in dem Sie sich bücken, um das Geld aufzuheben, oder auf die Person mit dem Schein in der Hand zugehen, ist Ihr Gepäck weg. Denken Sie daran: In armen Drittwelt-Ländern verlieren die Menschen selten Geldscheine, und wenn sie welche finden, bieten sie sie Ihnen nicht an - es sei denn, um herauszufinden, wo Sie Ihr Portemonnaie aufbewahren. Helfen Sie aus dem gleichen Grund auch nicht dem alten Mütterchen, seine Münzen zusammenzusuchen, die es vor ihre Füsse fallen liess, wenn nicht ein zuverlässiger Reisegefährte dabei Körperkontakt mit dem Gepäck hält. Nur wenige Sekunden Ablenkung - vielleicht durch eine höfliche Bitte um Auskunft - genügen schon bei uns zu Hause, um ein Gepäckstück zu verlieren.

Ein Dieb kann eine leere Kofferattrappe ohne Boden über Ihr gutes Stück stülpen und damit in aller Ruhe davonmarschieren. Wenn Ihr einziges Gepäckstück von einem Moment zum anderen rätselhafterweise spurlos verschwindet und jemand mit einem größeren Koffer als Ihr Stück fortgeht, fühlen Sie rasch, ob sein Koffer einen Boden hat.

Wenn jemand eine Zeitung, ein Buch, einen Schirm oder dergl. auf Ihrem Koffer ablegt, sollten Ihre inneren Alarmlampen aufleuchten. Diebe testen damit häufig, ob sich jemand um das Gepäckstück kümmert. Geschieht nichts, verschwindet der Koffer oft blitzschnell.

lch hatte vor ein paar Jahren ein lehrreiches Erlebnis in Cuzco, der heiligen Stadt der Incas in Peru. Unter einer Arkade entstand plötzlich Gedränge um mich herum. Ein paar Jugendliche keilten mich ein, jemand hielt mich von hinten fest, eine kleine Frau drückte sich seitlich an mich. Nach 6-8 Sekunden löste sich der ganze Spuk in Wohlgefallen auf. Mir war klar, dass ich bestohlen worden war. Geld? - noch da. Pass? - noch da. Tages-Portemonnaie? - noch da. Der Photoapparat - vor zwanzig Minuten zuletzt benutzt, in der Anoraktasche mit Reissverschluss unter einem Peru-Führer verwahrt - fehlte. Ich setzte 20 Schritte zurück in der Hoffnung, jemand mit meiner Kamera davonlaufen zu sehen. Aber dafür war die Gruppe wohl viel zu professionell. Ich lief 30 Schritte vor und sah den Mann, der bei der Auflösung des Getümmels an mir vorbeigegangen war, hinter einem Bus verschwinden. Ich holte ihn ein, streifte seine langen Pullover-Ärmel zurück, um ihn fester am Handgelenk packen zu können. Er protestierte: "Was ist los? Ich habe nichts getan!" Ich zog ihn über Strasse und Hauptplatz in Richtung Polizeirevier. Plötzlich kam uns die kleine Frau von vorher entgegen, offenbar um Weisungen einzuholen. Ich hatte offensichtlich den Chef der Bande erwischt. Drei Minuten später liefen von hinten ein paar Jugendliche auf uns zu. Ich packte das Handgelenk fester und war auf Schlimmes gefaßt. Schliesslich kam die kleine Frau von seitwärts, schwenkte meinen Fotoapparat: "Gehört das Ihnen? Die Kinder haben damit gespielt." Ich nahm ihn gegen Freigabe des Handgelenks. Einen Tag lang dachte ich, dass ich das alles sehr fein gemacht hätte. Dann sagte mir ein anderer Traveller, dass ich mehr Glück als Verstand hatte, weil der Mann mir kein Messer in den Leib gestossen hat. Das war wohl richtig. Überlegen Sie schon vor Eintritt einer solchen Situation, ob Sie gfs. den Helden spielen wollen oder ob Ihnen Ihr Leben lieber ist.

Von einem regelmäßig durchgeführten Raub berichtet die peruanische Polizei in Cuzco. Eine Gruppe von Gangstern figuriert als Fahrer und wartende Passagiere eines Lastwagens nach Chinchero. Wenn harmlose und nichts Böses ahnende Reisende mit aufsteigen, werden sie unterwegs an menschenleerer Stelle ausgeraubt, auf die Straße gestoßen und liegengelassen. Die Banditen fahren mit dem Laster weg. Warten Sie besser auf Linienbusse oder leisten Sie sich in gefährlichen Gegenden ein Taxi oder einen Mietwagen und lesen Sie weiter unten die Karate-Kurztips.

Ein weiterer wichtiger Rat ist, nichts zum Essen und Trinken von Fremden anzunehmen (natürlich ohne sie damit zu beleidigen: "Magen verdorben." "Habe gerade gegessen." "Muß Diät halten." "Eben Medikamente eingenommen."). Das gilt besonders, wenn man allein reist. Immer wieder schlafen Leute nach Genuss von angebotenen Getränken mit starken Schlafmitteln ein und werden ausgeraubt.
Ein Traveller tauschte bei einem Zugnachbar, der sich verdächtig aufdrängelte und Essen und Trinken anbot, in einem günstigen Augenblick heimlich die drinks. Sein Gastgeber ging innerhalb von Minuten zu Boden. KO-Tropfen! Nach unkontrollierten Berichten sollen schon Damen des leichten Gewerbes ihre Brustwarzen damit eingerieben haben.

Eine besonders verwegene Geschichte passierte einem baumlangen Schweizer bei einem Flug um die Welt in Peru. "Ich ass meinen Joghurt und die Polizei fand mich in Unterhosen und Strümpfen in einem Feld." Die Zuhörerrunde rückte näher. "Auf dem Weg zum Museum mit der erotischen Keramik kam ich mit einem anderen Weltenbummler ins Gespräch. Wir beschlossen, das Museum zusammen zu besuchen, uns aber vorher jeder einen Joghurt zur Erfrischung in der Mittagspause zu kaufen. Der andere Globetrotter trug einen Tagesrucksack und verwahrte die beiden Becher darin. Nach einer Stunde Besichtigung assen wir im Park die Joghurts. Vorhang, Film gerissen!" Wir konnten den Vorgang nur rekonstruieren. Der falsche Globetrotter muss im Museum in einem anderen Raum zurückgeblieben sein und mit einer Injektionsspritze etwas von dem berüchtigten Betäubungsmittel für Rinder durch den Verschlussdeckel in den Joghurt des Schweizers gespritzt haben. Die Geschichte hat noch eine Pointe: Der Gute hatte in seinen Strümpfen 80 $ Notreserve versteckt. Davon waren noch 20 $ da. Die Diebe hatten das Versteck offenbar übersehen, sonst hätten sie es vermutlich mit den Kleidern und allen anderen Wertobjekten entführt. Aber die Polizei muss es wohl gefunden und ihre "Kommission" entnommen haben.

Traveller erzählten mir in Pakistan, ein Bazarhändler habe sie an einer Flasche mit "besonders gutem Parfum" riechen lassen. Darauf sei ihnen schummerig geworden und sie seien froh gewesen, noch in ein Taxi zu ihrem Hotel springen zu können, wo sie in tiefen Schlaf versunken seien.

Seltener, aber umso erschreckender sind die Fälle offener Bedrohung oder Gewalt. Zwei Deutsche hatten sich in Sao Paulo verirrt, wurden mit Messern bedroht und mussten sich ausziehen. Die Gangster verloren keine Zeit mit Durchsuchen der Kleidung sondern schleppten alles weg. Sie wußten ja, dass irgendwo die eiserne Reserve versteckt sein mußte. Wenn Sie bedroht werden, überreichen Sie am besten ohne Zögern lächelnd den Gangstern das Portemonnaie mit Ihrem Tagesbedarf und Ihre wenig wertvolle Reise-Armbanduhr. Dann suchen Sie möglichst sofort anschliessend das Weite. Wenn sie dabei im Weglaufen laut um Hilfe rufen, vermeiden Sie damit wahrscheinlich weitere Angriffe. Ein Räuber, der seine Hauptbeute schon zu haben glaubt, wird Ihnen selten hinterherlaufen.

Nicht nur in Ungarn (dort besonders im Budapester Nationalmuseum und in der Gegend der Kettenbrücke) arbeiten raffinierte Gaunerbanden. Zwei aus der Gruppe spielen Polizisten mit falschen Polizeimarken. Ein Dritter bietet arglosen Ausländern einen besonders günstigen Wechselkurs, um sie zum verbotenen Schwarz-Tausch zu verlocken. Im strategischen Augenblick tauchen die beiden Kumpane auf, verhaften ihren Genossen, verlangen den Pass des Ausländers und beschlagnahmen seine Brieftasche mit dem Geldvorrat. Von dem gleichen Trick hörte ich kürzlich aus der Dominikanischen Republik.

Eine - übrigens bezaubernde - deutsche Studentin erzählte mir in La Paz ihre Geschichte. Als sie kurz vorher bei der Ankunft im Busbahnhof ihren Rucksack schultert, spricht sie ein anderer Reisender an. "Touristin? Ich auch. Woher? Ich bin aus Argentinien." Da steht plötzlich ein gutgekleideter Herr vor ihnen und zeigte einen Polizeiausweis. "Ich ermittle wegen Falschgelds. Was ist Ihre Nationalität?" "Argentinier." "Deutsche." "Kann ich bitte Ihre Pässe sehen?" Der Argentinier überreicht sofort respektvoll seinen Pass. Die Deutsche folgt wohl oder übel. Die Pässe werden zunächst einmal eingesteckt. "Haben Sie US-Dollars bei sich?" "Ja, Herr Kommissar, ich habe 600 $," antwort der Argentinier. "Kann ich sie sehen?" "Ja, natürlich." Der Polizist blättert sie durch und betrachtet sie einzeln. "Die sind möglicherweise gefälscht. Bringen Sie sie bitte morgen früh um 10 Uhr zur Untersuchung ins Polizeipräsidium, Zimmer 38. Ich werde dort sein. Inzwischen stecke ich sie zur Vermeidung eines Austausches in diesen Briefumschlag, klebe ihn zu und unterschreibe ihn über der Verschlussklappe." Er tut das alles und übergibt dem Argentinier den Geldumschlag. "Öffnen Sie den Umschlag nicht vor der Untersuchung. Ihren Pass bekommen sie morgen zurück." "Vielen Dank. Ich bin morgen um 10 Uhr im Präsidium." Der Polizist zur Deutschen: "Wieviel Dollar haben Sie bei sich?" "320 $." "Kann ich sie sehen?" "Ja." Gleicher Dialog und Ablauf mit einem anderen Briefumschlag. Auf ihren Protest mit Tränen in den Augen erhält sie entgegenkommenderweise wenigstens ihren Pass zurück, den sie für die Hoteleinschreibung braucht. - Wir überlegen, wir diskutieren, wir öffnen den Briefumschlag. Es ist ein "Paquete Chileno", wie man das in Südamerika nennt, gefüllt mit Zeitungspapier. Die psychologische Beeinflussung durch den anderen, angeblichen Touristen war gut überlegt. Wie man den Umschlagaustausch bewerkstelligt, kann ihnen jeder Zauberkünstler zeigen, es sei denn, er ist Mitglied des Magischen Zirkels und darf seine Geheimnisse nicht an Uneingeweihte preisgeben. - Ein paar Wochen später fragte mich in Copacabana ein junger Mann nach dem Fremdenverkehrsamt. "Auch Ausländer? Woher? Ich bin aus Venezuela." Dann baute sich plötzlich ein grosser Mann mit Schnurrbart vor uns auf und zeigte uns einen Ausweis: "Policia Federal, ich ermittle wegen Drogenmissbrauchs. Kann ich Ihre Pässe sehen?" Ich klopfte ihm auf die Schulter, sagte: "Ich kenne den Trick, mein Freund," und ging weiter. Die beiden sahen mir etwas erstaunt nach. Leider sah ich keinen echten Polizisten in der Nähe. Moral: Reden Sie mit anderen Reisenden! Man kann aus dem Erfahrungsaustausch viel lernen...



Klappentext
Erst lesen, dann reisen! Wenn Sie gerne reisen, können Sie es mit diesem Ratgeber im Gepäck noch entspannter tun als bisher. Wenn Sie Reisen verabscheuen, finden Sie in diesem Buch gute Gründe, die Ihre Einstellung rechtfertigen.



 
  Foto: Li Ping, Beijing

Verfasser-Portrait

Der Verfasser, Dr. Klaus G. Müller, war in einer "früheren Inkarnation" Bankjurist im internationalen Kreditgeschäft in Düsseldorf, Paris, New York, Brüssel, Luxemburg und Rom. Bei Geschäfts- und Urlaubstrips verfiel er der "Droge Reisen". Seit mehreren Jahren durchstreift er nun die fünf Kontinente. Aus seinen Erlebnissen als Globetrotter entstand das erfolgreiche Buch "Den Urlaub überleben - tausend wirklich brauchbare Reisetips", tatsächlich über tausend Ratschläge, wie man überall in der Welt besser, preiswerter und gefahrloser reist. "Alles rund ums Reisen..." (Hessischer Rundfunk). (Beck Verlag. – Die erste Auflage war in 7 Monaten verkauft. Nachdruck ist jetzt im Buchhandel verfügbar).

In Deutschland ist er begeisterter, wenn auch gelegentlich leidgeprüfter direkter Flußanrainer im Rheinland. Er veröffentlichte seine Erfahrungen in dem Ratgeber "Hilfe - Hochwasser! Was tun?" (Droste Verlag).

Zuletzt erschien sein Buch "Eine Prise China. Schnupftabakflaschen - Spiegel der chinesischen Seele". Diese kulturgeschichtliche Plauderei über das Reich der Mitte und über ein bezauberndes Sammelgebiet ist ein Schmuckstück mit zahlreichen schönen Fotos in zwei Sprachen. (Deutsch und englisch in einem Band. - Böhlau Verlag Wien).




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"DEN URLAUB ÜBERLEBEN - TAUSEND REISETIPS"    "HILFE, HOCHWASSER! WAS TUN?"    "EINE PRISE CHINA"



© 1999 by Dr. Klaus G. Müller