Ban Chiang

5000 bis 7000 Jahre alte Tonscherben - Ausgrabung in Ban Chiang
5000 - 7000 Jahre alte Tonscherben die in Ban Chiang bei Ausgrabungen gefunden wurden.

22. bis 24. Oktober 2000
5000-Jahre Ban Chiang Civilisation Celebrations

Die archäologischen Funde von Ban Chiang haben den Ort zu Thailands ältester Stätte gemacht, die somit auch zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Das Festival präsentiert neben exoti- schen, kulturellen Darbietungen die Arbeiten örtlicher Handwerker, Sportveranstaltungen sowie Licht- und Tonperformances.

zurück zur Übersicht GeschichteZurück zur Hauptseite

Ban Chiang ist ein bedeutender Ausgrabungsort einer hochentwickelten vorgeschichtlichen Kultur und liegt bei dem kleinen Dorf Ban Chiang in der Provinz Udon Thani im Nordosten Thailands. Im Jahr 1966 besuchte der Amerikaner Steve Young diese Gegend, in der die Einheimischen mehrfach menschliche Skelettreste und Tonscherben gefunden hatten. Aber erst Steve Young erkannte die mögliche Bedeutung der Funde und brachte einige davon ins Department of Fine Arts nach Bangkok. Dieses schickte dann einige weitere Funde zur Universität von Pennsylvania, wo sie einem "Thermo -Luminiszenz-Test" unterzogen wurden. Ergebnis: die Funde aus Ban Chiang sind ca. 6000 bis 7000 Jahre alt. Modernste Datierungsmethoden belegen, dass die Menschen jener Zeit, rund 4.000 Jahre vor Christi Geburt, bereits die Herstellung von Bronze beherrschten und außerdem Meister in der Anfertigung bemalter Keramiken waren. Diese Funde hatten unter den Archäologen und Historikern für internationales Aufsehen gesorgt, da diese Bronzefunde älter waren als die zuvor bekannten aus China und Mesopotamien und so ein neues Bild von der Zivilisation des Menschen geshaffen wurde. Neuste Erkenntnisse gehen davon aus, dass der nordosten Thailands als einer der Wiegen der Zivilation anzusehen ist.
Die Tongefässe entstanden während drei gut voneinander zu unterscheidenden Zeitperioden. In der ersten Phase, ca. 3600 bis 2500 vor Chr. waren sie schwarz und hatten zwischen den Linien Schmuckbänder. Während der zweiten Phase ca. 2500 bis 2000 vor Chr. entstanden Tongefässe, die mit einem dichten Muster bemahlt wurden.. In der dritten Phase wurden die bemahlten Genäse mit eingeritzten Schmuckbändern ergänzt. In der letzten Phase der ersten Ban Chiang Periode, ca 2000 bis 1000 vor Chr. kamen zu den Spiral- und Bandornamenten stilisierte Zeichnungen von Tieren und Menschen hinzu. In der mittleren Periode (1000 bis 300 v. Chr.) wurden von den Töpfern schlichtere Tongefässe produziert, wobei fast ganz auf die Bemalung verzichtet wurde, dafür aber die Form den Kunststiel jener Zeit bestimmte.
Die höchste künstlerische Qualität der Tongefässe wurde während der jüngsten Periode, ca. 300 vor Chr. bis 200 nach Chr. erreicht. in dieser Zeitperiode wurde der verwendete und naturbelassene Ton mit roter Farbe bemahlt. Die Muster zeugen von einem großen Ideenreichtum und ein ausgeprägtes Gefühl für die Einheit von Form, Farbe und Muster. Funde aus jüngerer Zeit kamen nicht mehr zum Vorschein, demnach nehmen die Archäologen an, dass Ban Chiang ca. 400 nach Chr. von ihren Bewohnern verlassen wurde.

Einen Teil der Funde wurden am Ort der Ausgrabungen belassen und in einem kleien Museum, dass in die Funstätten integriert wurde, sind weiter Ausgrabungsgegenstände ausgestellt.

Anfahrt: Von Udon Thani mit dem Bus in westlicher Richtung nach Sakhon Nakhon bis zur Station Ban Pu (ca. 50 km). Von da mit dem Tuk-Tuk oder Sammeltaxis 2 km nördlich bis zum Ort Ban Chiang.


Send mail to webmaster with questions or comments about this web site.
Copyright © 2000 Werner Reichert
Last modified: 16.02.2001