Visum für den Ehegattennachzug - Einreise in die Bundesrepublik Deutschland
(gilt nicht für Staatsangehörige aus einem Land der Europäischen Union)

Wann ist ein Nachzug von Familienangehörigen möglich?

Ausländische Staatsangehörige, die sich mit einer Aufenthaltsgenehmigung im Bundesgebiet aufhalten, können ausländische Ehegatten und minderjährige Kinder nachziehen lassen. Sonstigen Familienangehörigen wie z.B. Großeltern, Enkelkindern oder Geschwistern kann der Nachzug nur zur Vermeidung außergewöhnlicher Härten ermöglicht werden. Zu Asylbewerbern, die noch nicht als Asylberechtigte anerkannt sind, ist ein Familiennachzug nicht möglich. Ein weiterer Ausschluss des Familiennachzugs kann sich im Einzelfall aus einer Auflage zur Aufenthaltsgenehmigung des Ehegatten der sich hier aufhält ergeben.

Der im Ausland befindliche Ehepartner beantragt das Visum zum Familiennachzug in einer deutschen Auslandsvertretung in seinem Heimatstaat oder in dem Staat, in dem er erlaubt wohnhaft ist.

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Was ist bei der Einreise des Ehegatten zu beachten?

Voraussetzungen für den Nachzug sind:

  • Der im Bundesgebiet lebende Ehepartner muss über eine gültige Aufenthaltsgenehmigung verfügen.
  • Der nachzugswillige Ehepartner muss einen gültigen Nationalpass besitzen.
  • Gegen den nachzugswilligen Ehepartner dürfen keine Ausweisungsgründe vorliegen. Sollte der Ehepartner in der Vergangenheit ausgewiesen oder abgeschoben worden sein, muss hierfür zunächst eine nachträgliche Befristung beantragt werden.
  • Der nach Einreise zur Verfügung stehende Wohnraum muss ausreichend sein, d.h. er muss den Mindestanforderungen des Wohnungsbindungsgesetzes entsprechen. Die erforderliche Wohnungsgröße und Zimmeranzahl entnehmen Sie bitte der Tabelle für die Bestimmung ausreichenden Wohnraums (Tabelle 1).
  • Der Lebensunterhalt einschließlich eines ausreichenden Krankenversicherungsschutzes für die Familie muss ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel gesichert sein. Das nachgewiesene Netto-Einkommen muss also über dem Sozialhilfesatz nach dem BSHG zuzüglich der Gesamtmiete liegen. Eine Übersicht der geltenden Sozialhilfesätze (Stand: September 99) können Sie der weiteren Tabelle entnehmen (Tabelle 2). Zum Nachweis des ausreichenden Einkommens legen Sie bitte vor die Gehaltsbescheinigungen der letzten drei Monate und den geltenden Arbeitsvertrag mit einer Bestätigung über das ungekündigte Arbeitsverhältnis.
  • Es muss der Ausländerbehörde oder der deutschen Auslandsvertretung ein Nachweis einer rechtswirksamen Eheschließung vorgelegt werden. Ehen nach Stammesrecht oder sonstige Eheschließungen mit nicht-staatlicher Anerkennung können nicht anerkannt werden und ermöglichen keinen Nachzug.

Die zentrale Ausländerbehörde bittet nach Eingang des Visumantrages die hier lebende Referenzperson, mit den erforderlichen Unterlagen hier vorzusprechen. Auf der Grundlage dieser Vorsprache und der vorgelegten Unterlagen wird die Stellungnahme an die Auslandsvertretung abgegeben.

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Tab. 1: Tabelle für die Bestimmung ausreichenden Wohnraumes (Anzahl der Personen ab 3. Lebensjahr) nach § 7 Abs. 1 Gesetz zur Erhaltung und Pflege von Wohnraum

Gesamtwohnfläche 
von .. bis .. qm
 1  2  3  4  5  6  7
10 - 20 1            
20 - 30 2 (2) 2 (2) 2 (2)        
30 - 40 2 (3) 3 (3) 3 (3) 3 (3)      
40 - 50 2 (3) 3 (4) 4 (4) 4 (4) 4    
50 - 60 2 (3) 3 (5) 5 (5) 5 (5) 5 5  
60 - 70 2 (3) 3 (5) 5 (6) 6 (6) 6 6  
70 - 80 2 (3) 3 (5) 5 (6) 6 (7) 7 7 7
80 - 90   3 (5) 5 (6) 6 (8) 8 8 7
90 - 100   3 (5) 5 (6) 6 (9) 9 9 7

Die Angaben in Klammern über die zulässige Personenzahl gelten für Wohnungen, die mindestens einen zum Wohnen geeigneten Raum von mehr als 20 qm aufweisen.

In Zweifelsfällen erkundigen Sie sich bitte bei Ihrem Wohnungsamt, ob Ihre Wohnung für die beabsichtigte Belegung ausreicht

Tab. 2: Monatliche Regelsätze nach § 22 des Bundessozialhilfegesetzes (BSHG), Stand 1.7.99:

Personen Betrag
Alleinstehende und Haushaltsvorstände 547,00 DM
Arbeitnehmer-Mehrbedarf 136,75 DM
Haushaltsangehörige:  
Bis zur Vollendung des 7. Lebensjahres 274,00 DM
Bis zur Vollendung des 7. Lebensjahres beim Zusammenleben mit einer Person, die allein für die Pflege und Erziehung des Kindes sorgt 301,00 DM
Vom Beginn des 8. bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres 356,00 DM
Vom Beginn des 15. bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres 492,00 DM
Vom Beginn des 19. Lebensjahres an 438,00 DM

 

Allgemeine Hinweise:

Dieses Information sind auf den „Normalfall" zugeschnitten. Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass im Einzelfall Abweichungen möglich sind. Angaben ohne Gewähr.

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