50 jähriges Thronjubiläum ihrer Majestät König Bhumibol Adulyadej Rama IX.

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Geschichte Thailands
(vom Königreich Nanchao über Sukhothai, Autthaya zur Bangkok-Epoche)

Sukhothai - Epoche

Ayutthaya - Epoche

Bangkok - Epoche

Thailands Vorgeschichte ist reich an Zeugnissen der Steinzeit. Die 1966 in Ban Chiang endeckten prähistorischen Keramiken, Bronzefunde und Skelett-Teile sowie die im Jahr 1981 an den Felsabhängen von Pha Taem über dem Mekong gefundenen Felszeichnungen dokumentieren die frühgeschichtliche Besiedelung Nordthailands um das Jahr 3500 vor Chr. In dieser prähistorischen Zeit war Thailand wahrscheinlich von australischen, melanesischen und indonesischen Völkern besiedelt worden.

Die ursprüngliche Heimat der Thais ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Nach Stand der Forschung fällt die erste geschichtliche Erwähnung etwa in das Jahr 5000v. Chr., wo sie als einfache Bauern und Fischer im Altai - Gebirge (südwestliche Mogolei) ansässig waren.Ca. 500 Jahre später fanden Wanderungen in die nördlichen Flußtäler des Houng Ho und Jangtsekiang, in den Regionen Kansu und Shensi, im Nordwesten des heutigen China statt. Muenglung - Muengpa war ein unabhängiges Gebiet mit den zwei großen Hauptstädten Chaw (Nakorn Lung) am nördlichen Gelben Fluß, und Pa (Nakorn Pa) als südliche Hauptstadt der Region Sechoun. Zu dieser Zeit lebten die Thais bereits unter der Regierungsform des Königtums, während das chinesische Volk sich als Jäger und Tierzüchter im Bereich des Kaspischen Meeres, der Shamo See und der Cobi See aufhielt.Ca. 3000v. Chr. war die chinesische Bevölkerung als ein autonomer Stamm der Bewohner des thailändischen Gebietes integriert. Mit der Krönung des ersten Königs von China, Fu Hie, wurden die verschiedenen Gruppierungen zu einem chinesischen Volk zusammengeführt.Während die thailändische Sprache, Reis- und Fischwirtschaft sowie die Astrologie der Schamanen die Chinesen bereicherte, wurde den Thais von ihnen die Jagd und das Reiten vermittelt. Die Entwicklung beider Völker und der Zuwachs durch ansässig gewordene Chinesen, in dem von den Thais bewohnten fruchtbaren Gebiet, führte ca.2700 v. Chr. zu Eroberungskriegen, die eine weitere Wanderung der Thais, in verschiedenen Gruppen und Abständen nach Süden auslöste.

Unter dem chinesischen König Hwang Ti wurde die Entwicklung der chinesischen Bevölkerung zu einer Kulturnation vorangetrieben. Das Bevölkerungswachstum verleitete König Hwang Ti dazu, gegen die Thaistämme Eroberungskriege zu führen. Die Erfolge der Chinesen wurde dadurch begünstigt, da die Thaistämme in der gesamten Region weit verstreut  in verschiedenen Gruppen lebten.
Nach dem Bericht der chinesischen Geschichtsschreibung aus dem Jahr 2637 v. Chr., hatten sich neun Thaistämme zum Widerstand gegen die chinesischen Eroberungskriege zusammengeschlossen. Ca. 2550 v. Chr. lebten die Thais, soweit sie nicht schon nach Süden ausgewandert waren, in kleinen Gruppen in den Regionen Sehschoun, Hupe, Hunan, Anhuy und Giangsi, die heute einige der bedeutendsten Gebiete Chinas im Bereich der Jangtsekiang Ebenen darstellen. Nachdem die Chinesen Teile des Herrschaftsbereich der Thaistämme erobert hatten, wurden die Thais in das chinesische Reich übernommen und vermischten sich zum Teil mit ihnen

Ca. 2457 v. Chr. wurden die Chinesen und die Thais durch Überfälle von den Mongolenstämmen der Gienjong, in ihren Gebieten bedroht. Die Thais verbündeten sich mit den Chinesen und führten gemeinsam  ca. 1860 v. Chr. einen Vertreibungskrieg gegen die Gienjong der letztendlich zu einer offiziellen Partnerschaft zwischen den Thaistämmen und den Chinesen führte. Nach Vertreibung der Mongolen legte der chinesische König Tai Ayh (Häh - Dynastie - 1860 bis 1763v. Chr.) die Grenzen des neuen Staatsgebietes China fest. Gleichzeitig wurden auch offizielle diplomatische Beziehungen zum thailändischen König Chung Ging aus der Stadt Nakorn Pa aufgenommen, nachdem es zur gegenseitigen Gebietsanerkennung kam. Das nun souveräne Staatsgebiet der Thais wurde Law Tai Mung ( Thaigebiet ) genannt.

Seit Mitte des 1. Jahrtausend vor Chr. war das Gebiet in Zentral- und Nordthailand von Volksstämmen der Mon, Khmer, und Burmesen besiedelt. Einer der bekannten Ureinwohner im Norden Thailands war das Volk der Lawa, von denen heute nur noch wenige in Myanmar (Burma) leben. Sie wurden von den Mon, die sich vom 6. bis  8. Jahrhundert nach Chr. über ganz Thailand ausbreiteten, verdrängt oder vermischten sich mit ihnen.

Im mittleren Westen Thailands hatten sich bereits im Jahre 43 vor Chr. Thais angesiedelt. Auf Steintafeln gemeißelte Schriften, berichtet König Ramkamhaeng (1279 - 1317) über die Suwannapum Gebiete (Goldgrubengebiete ), mit der Hauptstadt Suwannapum Raschatanie (Nakhon Pathom) und vier weiteren Städten Ratchaburi, Singburi ( in der Nähe des Kwae-Flusses, Kanchaburi), Pethburi und Dtranausr, die bereits in den Jahren 43 vor Chr. von den Thais gegründet wurden.

In der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts nach Chr. wurde die Region des heutigen Thailand von zwei unterschiedlichen Kulturzentren geprägt. Seit etwa 500 nach Chr. bestand in Zentralthailand das von den Mon errichtete buddhistische Königreich Dvaravati (um die Hauptstadt Lopburi), in dessen Umkreis sich der Buddhismus verbreitete, während (seit dem 9. Jahrhundert) die politische Vormachtstellung und der kulturelle Einfluß des Khmerreiches von Angkor (im heutigen Kambodscha) Elemente des Hinduismus in das Land brachte. Im Norden Thailands siedelten zu dieser Zeit bereits die ersten Stämme der Thais, die sich unter dem Einfluß des Monreiches Haripunjaya (um Lamphun) im 11. und 12. Jahrhundert vermischten.

Während des 11. bis 13. Jahrhundert gelang die Menam Ebene unter die Herrschaft des Khmer-Reiches und die Könige von Angkor (im heutigen Kambodscha) machten Lopburi zur Hauptstadt ihrer neuen Provinz. Zur gleichen Zeit wurde der Norden Thailands von dem burmesischen König Annarudha von Pegan beherrscht, dessen Reich sich bis in das heutige Kambodscha ausdehnte. Nach seinem Tod verfiel der östliche Teil in viele kleine Fürstentümer, in denen die ersten Thairegenten herrschten.

Im Jahr 1235 überfielen die Mongolen das Königreich Nanchao im Süden Chinas (in der Region Yünnan) und lösten damit eine verstärkte Abwanderung der Thaistämme in den Norden Thailands und Burmas aus. Nach der Geschichte des thailändischen Volkes teilte sich die Wanderung in das Gebiet Laemtong, an der Küste Südostasiens, in vier größere Gruppen auf. Die erste Gruppe, die Thai Ahom aus der Stadt Mau nördlich von Burma oder La Woh, zog quer durch den Norden des heutigen Thailands in die Stadt Lopburi (von den Chinesen Schaerto Gog - Stadt der La Woh - genannt). Die zweite Gruppe ist von der Mitte und dem Südosten Chinas in den Bereich der Küste um die Insel Tang Gier gekommen und sie wanderte in Richtung Sukothai, Laos und Kambodscha (Kambuca / Kmar) aus, wurden Aylaow, Nan Tjauw bzw. auch Fu Nan genannt. Die dritte Gruppe, die sich von Anfang an Tai oder Tay (Freiheit) nannten, kamen aus dem westchinesischen Gebiet Talifu in den Norden des heutigen Thalands. Die vierte ist die Saeschoun-Gruppe. Sie kam aus der Saeschoun-Region (mittlerer Westen Chinas, nördlich des Flusses Mekong) in das Gebiet Suwannapum in der Mitte, und zur Malayu - Küste, im Süden Thailands eingewandert.

Nachdem allmählich der Herrschaftsbereich der Khmer im 13. Jahrhundert bröckelte, übernahmen Mitte des 13. Jahrhunderts die Thais, die Macht im Norden des heutigen Thailands. Im Jahr 1235 schlossen sich einige von Thais beherrschten Fürstentümer im Norden zusammen. Sie nahmen den dort ansässigen Mon Haripunjaya (Lamphun), und den Khmer Sukhothai ab. Das erste Königreich der Thais wurde1238 gegründet, nachdem zwei Thai-Prinzen Khun Pa Muang und Khun Bang Klang, die bei den Khmer im Dienst standen, erfolgreich eine Rebellion gegen die Herrschaft der Khmers führten. Als sie eine Armee des Khmer-Generals Khan Lampong geschlagen hatten, erklärten sie Sukhothai zu einem unabhängigen Staat. Prinz Khun Bang Klang wurde zum König gekrönt und erhielt den Titel Sri Inthrathit. Sein Mitstreiter Prinz Khun Pa Muang wurde mit einem Regierungsposten belohnt. Das Königreich Sukhothai blieb aber zunächst nur eine kleine Lokalmacht.
Weitere Thai-Stämme wanderten über den Mekong in  Nordost-Thailand ein. Eine bedeutende Rolle unter den Thaifürsten spielte der 1239 in Chiang Saen geborene Mengrai, der als Begründer des Lan Na-Reiches  und der Stadt Chiang Rai  gilt. Mengrai eroberte im Jahr 1281 das Mon-Königreich Haripunjaya und machte Chiang Mai zu seiner neuen Hauptstadt, die er neu erbauen ließ, da ihm Lamphun wegen seinen ständigen Überschwemmungen zu unsicher war. Mengrai regierte bis zu seinem Tod im Jahr 1317.

Das Königreich Sukhothai entwickelte sich unter Kömig Ramkhamhaeng, der 1279 den Thron bestieg, zur beherrschenden Kraft im Menambecken. Er erklärte Sukhothai zur Hauptstadt des ersten Königreiches Siam. In den folgenden Jahren seiner Regentschaft eroberten seine Armeen ein Gebiet, das über die Fläche des heutigen Thailand hinausging. Sein Einflußbereich erstreckte sich schließlich von Luang Prabang (im heutigen Laos) im Norden bis Nakhon Sie Thamarat (Ligor) auf der Malayischen Halbinsel im Süden und von Vientiane  im Osten bis Pegu (Burma) im Westen.  Aufgrund seiner guten Beziehung zu König Mengrai, verzichtete er auf die Eroberung des Territoriums seines schwächeren Nachbarn im Norden.

In den Jahren 1299 bis 1347 gingen unter Ramkhamhaengs Nachfolger (Loei Thai) die meisten der neu gewonnenen Territorien wieder verloren. Auch dessen Sohn Liu Thai (auch Mahadharmaraya I. genannt) der von 1347 bis 1368 Sukhothai regierte, gelang es nicht, die einstige Größe des Sukhothai-Reiches wiederherzustellen.

Im Jahr 1371 marschierte König Somdet Phra Rama Thibodi I. von Ayutthaya, einem im Jahr 1350 neu gegründeten Thai- Königreich südlich von Sukhothai in Gebieten ein, die von Sukhothai regiert wurden. Mitte des 14. Jahrhunderts waren die Könige von Ayutthaya immer mächtiger geworden und annektierten im Jahre 1376 Sukhothai. König Tammaraja II von Sukhothai akzeptiert für sein Reich den Status als Vasall Ayutthayas. Damit endete die unabhängige Geschichte Sukhothais nach nur 138 Jahren.

Unter König Thibadi II. wurde das zweite Königreich Siam auf das Herrschaftsgebiet der Khmer, des heutigen Kambodscha ausgedehnt, nachdem das Heer der Thais 1431 Ankor eroberten. Über 400 Jahre war Ayutthaya Hauptstadt und religiöses Zentrum Siams und die Geschichte dieser Stadt wurde von nicht weniger als 33 Königen bestimmt.

Nach andauernden Feindseligkeiten mit den unabhängigen Thai-Fürstentümern im Norden Thailands und unaufhörlichen kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Burmesen, wurde Ayutthaya durch innenpolitische Wirren geschwächt. Nach zahlreichen erfolglosen Belagerungen Ayutthayas, gelingt es den Burmesen 1569 die Stadt zu besetzen ohne sie aber zu zerstören. Der Sieg des burmesischen Königs König Bhueng Noreng und seines Verbündeten, Prinz Maha Tammaraja, war jedoch nur durch Verrat möglich. König Chakrapat von Ayutthaya akzeptierte einen vom burmesischen König Bhueng Noreng diktierten Friedensvertrag und sein Reich wurde zu einem Vasallenstaat Burmas. Ist Sukhothai der Beginn einer nationalen Identität der Thais, so ist die Zerstörung Autthayas ein dunkles Trauma in der nationalen Psyche.
(Siehe hierzu "Aufstieg und Fall von Ayutthaya")

Nach 15 Jahren kündigte Prinz Naresuan, mit Einverständnis seines Vater König Maha Tammaraja, den Burmesen das Vasallenverhältnis auf. Noch im selben Jahr marschierte eine burmesische Armee, deren Stärke auf 300.000 Mann geschätzt wurde, in Siam ein. Prinz Naresuan zog seine siamesischen Truppen aus dem Aufmarschgebiet der Burmesen zurück und hinterließ dem anrückenden Feind nur brennende Dörfer, Städte und verwüstete Felder. Die Taktik der verbrannten Erde schwächte die burmesische Armee, worauf sie sich erfolglos aus Siam zurückziehen mußten.

In den Jahren von1590 bis 1605 stellte Prinz Naresuan, der sich zum König krönen ließ, das Reich wieder her und erweiterte es auf Kosten der Khmer und des Reiches Pegu (im süden Myanamars). In kurzen Abständen bestiegen die Könige, Prasattong, Chao, Fa Yai,  Srisutammaraja,  Prha Petraja und Boromakot den Thron Siams.Unter König Boromakots Regentschaft wurde Ayutthaya weiter ausgebaut und die Kunst und Kultur erreichte ihren höchsten Stand gegenüber anderen Kulturen Südostasiens.

Im Juni 1765 begannen die Burmesen mit einer erneuten Invasion gegen Siam, aber diesmal mit zwei Armeen. Eine die über Chiang Mai nach Süden vordrang und die zweite die von Westen auf Ayutthaya zumarschierte. Im Jahr 1766 beginnen die Burmesen mit der Belagerung Ayutthayas. Nach einer 15 Monate andauernden Belagerung fiel Ayutthaya am 7. April 1767 und König Ekatat mußte aus Siam fliehen.Die Burmesen zerstören alles, dessen sie habhaft werden konnten. Über eine Millionen Menschen starben durch die Hand der Burmesen. Tempel, religiöse Kunstwerke und wichtige Dokumente siamesischer Kultur und Geschichte wurden Opfer der Flammen. Um an das Gold der großen goldenen Buddhastatuen zu gelangen wurden ganze Tempelanlagen bis auf die Grundmauern abgebrannt. Ziel war es, nicht wie 200 Jahre zuvor, das Königreich zu einem Vasallen Burmas zu machen, vielmehr sollte es völlig und für immer von der politischen Landkarte gelöscht sein. Als die Burmesen glaubten Ihr Ziel erreicht zu haben, zog sich König Mongra einen Monat später mit seinen Truppen zurück und stationierte nur eine kleine Besatzungstruppe in Siam. General Chao Phaya Taksin hielt sich in dieser Zeit mit seiner noch 500 Mann starken Armee im östlichen Siam versteckt. Nach einer Auseinandersetzung mit dem Gouverneur der östlichsten siamesischen Provinz Chantaburi gelang es ihm wieder an die Macht zu kommen. Am Ende des Jahres 1767 machte General Chao Phaya Taksin Thonburi (auf der gegenüberliegende Uferseite Bangkoks) zu seiner neuen Hauptstadt, wo er sich als neuer König Siams krönen ließ.

Im März 1782 wurde König Taksin nach einer Revolte gefangen genommen, nachdem er angeblich wahnsinnig geworden sein sollte. Sein oberster General, Chao Phaya Chakri, eilte aus Kambodscha zurück nach Thonburi, aber nicht um den König zu befreien. Der Rat der Generäle beschloß die Hinrichtung des Königs, die sofort vollstreckt wurde. General Chao Phaya Chakri wird daraufhin am 2. April 1782 zum neuen König Siams gekrönt und bestieg als Prah Phuthayotfa Chulalok, Rama I. den Thron. Dies war auch die Geburtsstunde der Chakri-Dynastie, die bis heute besteht. Aus strategischen Gründen verlegte er seine Residenz vom Westufer Thonburis nun auf die andere Flußseite und Bangkok, wie die Europäer das östliche Siedlungsgebiet Thonburis nannten, entwickelte sich von einer unbedeutendem Stadt am Menam Chao Phraya zu einer Weltstadt.

Nach Fertigstellung des Königspalastes und dem Tempel des Esmeralda Buddhas (Smaragd-Buddha) im Jahr 1785, wurde die Hauptstadt eingeweiht. Die Hauptstadt hieß von nun an "Khrung Thep Maha Nakhon Amorn Rattanakosindra Mahindrayutthaya Mahadilokpop Noparattana Radchhani Burirom Udom Rachnivet Mahastan Amorn Pimarn Avatarn Satit Sakatuttiya Vishnukarm Prasit. Die Thais verwendeten jedoch nur die ersten zwei Wörter, was auf deutsch "Stadt der Engel" bedeutet.

Als König Prah Phuthayotfa Chulalok, Rama I., der von seinen Volk hoch verehrt wurde, am 7. Dezember 1809 im Alter von 72 Jahren stirbt, tritt sein Sohn als König Phra Buddha Lertla Napalai Rama II. die Nachfolge an. Er belebte die kulturellen Traditionen in seinem Reich, nahm im Jahr 1818 wieder Handelsbeziehungen mit Europa auf. Unter seiner Regentschaft eroberte er das malaiische Sultanat Kedah.

Im Jahre 1824 wurde nach dem Tod von König Rama II.  dessen Sohn Phra Nangklao als König Rama III. in Bangkok gekrönt. Sein Bruder, Prinz Mongkut der bei der Thronfolge übergangen wurde, zog sich für 27 Jahre als Mönch in ein buddhistisches Kloster zurück, wo er sich strengen Mönchsregeln auferlegte. Er hatte in dieser Zeit einen neuen buddhistischen Mönchsorden mit dem Namen Thammayut gegründet, der bis heute besteht und dessen Regeln sehr viel strenger sind als die Regeln des vorherrschenden Mahanikai-Mönchsordens.

Nachdem England Burma besetzte, gewährte König  Phra Nangklao Chaoyuhua Rama III. den Engländern Handelsrechte in Siam und erhielt im Gegenzug für sein Land die Souveränität über die Sultanate Kedha, Kelantan und Trengganu. Darüber hinaus schloß er mit den Vereinigten Staaten von Amerika und England einen Freundschaftsvertrag.

Nach dem Tod seines Halbbruders König Rama III besteigt Prinz Mongkut am 2. April 1851 als König Rama IV. den Thron. Ihm wird der zusätzliche Name Phra Chomklao Chaoyuhua verliehen. Er führte die Politik seines Vorgängers weiter und leitete eine vorsichtige Modernisierung für sein Land ein. Er nahm europäische  Wissenschaftler und Beamte in seine Dienste und reformierte mit deren Hilfe sein Land. Durch die weitere Öffnung seines Landes gegenüber dem Westen und eine kluge Außen- und Handelspolitik mit den europäischen Großmächten und den Vereinigten Staaten von Amerika, sowie weiteren Handelsabkommen mit Amerika und Frankreich (1856) blieb Siam als einziges Land in Südostasiens von einer Koloanisierung verschont. Auch Deutschland versuchte mit einer preußischen Gesandtschaft in den Jahren 1860 bis 1961, die von Graf zu Eulenberg angeführt wurde, Einfluß auf mögliche  Handelsbeziehungen zu nehmen.

Im Jahre 1868 führte König Chualongkorns, Rama V. das von seinem Vater eingeleitete Reformwerk der Modernisierung in allen Bereichen des staatlichen und öffentlichen Lebens mit Unterstützung ausländischer Berater für das Verwaltungs- und Militärwesen fort. Er schaffte die Sklaverei und die Frohndienste ab, führte nach westlichem Muster ein Schul-, Steuer und Justitzwesen ein. Er war der Begründer des modernen Siam und wird heute noch von vielen Thais hoch verehrt. Obwohl Siam von einer direkten Kolonialherrschaft verschont blieb, mußte es empfindliche Eingriffe in seine Hoheitsrechte hinnehmen. So mußte es auf Druck von England und Frankreich große Gebiete im Jahr1885 an Laos und im Jahr 1907 an Kambodscha abtreten. 1896 unterzeichnen Frankreich und England einen Vertrag, in dem sie sich darauf einigten, trotz  Expansion in Südostasien einen unabhängigen Staat Siam bestehen zu lassen. König Chualongkorn unternahm mehrere Reisen durch Europa, trifft dort mit Königen und Kaisern zusammen um die Position Siams zu stärken.

Unter König Vajiravudhs, Rama VI.(1910-1925) wurde in Siam eine allgemeine Schulpflicht von vier Jahren eingeführt.

Im Jahr 1925 bestieg König Prajadhipork als Rama der VII den siamesischen Thron. Die Weltwirtschaftskrise von 1929 führte in Siam zu einem Verfall der Preise für Reis auf den internationalen Märkten. Die Regierung Siams reagierte darauf mit Steuererhöhungen und Lohnkürzungen bzw. Entlassungen. Diese Maßnahmen trafen vor allem die Beamten, Angestellten des Mittelstandes und Angehörige der Streitkräfte. Mit unzufriedenen Offizieren  schließen sie sich in der Volkspartei zusammen. Während am 24. Juni 1932 König Prajadhipok sich in seinem Sommerwohnsitz in Hua Hin aufhält, stürzt die geheime Volkspartei, der in erster Linie Siamesen angehören, die in Europa ihre Ausbildung erfahren haben, und von denen einige hohe Ämter in der Regierung und in den Streitkräften bekleiden, die absolute Monarchie. Sie nehmen etwa 40 Prinzen, hohe Militärs und Regierungsvertreter in der Ananlasanakan Halle in Bangkok als Geiseln. Die Gruppe schickte ein Telegram an König Prajadhipok mit folgendem Inhalt:

Die Volkspartei, die sich aus Staatsangestellten und Militärs zusammensetzt, hat die Verwaltung des Landes übernommen und Mitglieder der königlichen Familie, wie etwa Prinz Nakhon Sawan, als Geiseln genommen. Wenn Mitgliedern der Volkspartei ein Haar gekrümmt wird, werden die als Geiseln festgehaltenen Prinzen dafür bestraft. Es ist nicht die Absicht der Volkspartei, königlichen Besitz zu enteignen. Ihr Anliegen ist es, eine konstitutionelle Monarchie zu errichten. Wir laden deshalb seine Majestät den König ein, in die Hauptstadt zurückzukehren, um in einer konstitutionellen Monarchie, wie sie von der Volkspartei errichtet wird, als König zu dienen. Sollte seine Majestät sich weigern, dieses Angebot anzunehmen, oder nicht innerhalb einer Stunde auf dieses Telegramm antworten, wird die Volkspartei die konstitutionelle Monarchie trotzdem proklamieren und einen anderen Prinzen, den die Partei für geeignet hält, zum König ernennen.

König Prajadhipoks Antwort lautete: "Ich habe die Botschaft erhalten, in der Sie mich auffordern, als konstitutioneller Monarch nach Bangkok zurückzukehren. Im Interesse des Friedens, und um unnötiges Blutvergießen zu vermeiden, ebenfalls um Verwirrung und Verlust für das Land zu verhindern, und im besonderen, weil ich mir schon selbst überlegt habe, diesen Schritt zu tun, bin ich bereit an der Erstellung einer Verfassung mitzuwirken, unter der ich zu dienen bereit bin. Desweiteren würden, sollte ich nicht zur Kooperation bereit sein, ausländische Regierungen die neue siamesische Regierung nicht anerkennen. Dies könnte der Regierung Schwierigkeiten bereiten. Ich bin selbst nicht bei bester Gesundheit. Ich habe keine Kinder, die mir nachfolgen könnten. Meine Lebenserwartung ist nicht hoch, zumindest nicht, wenn ich im Amt bleibe. Ich habe keinen Ehrgeiz nach Positionen oder persönlichem Glanz. Nur mein Streben, der Rasse zu dienen, leitet mich. Nehmen Sie dies als Ausdruck meiner Gefühle entgegen."

Kurze Zeit später verzichtete der König auf sein Amt und ein Regentschaftsrat übernahm die Regierungsgeschäfte für den erst 10-jährigen König Ananda Mahidol, der in Lausanne in der Schweiz zur Schule ging. Inzwischen bekamen die demokratischen Kräfte die Oberhand und beschlossen am 27. Juli 1932 auf Grundlage der konstitutionellen Monarchie eine Verfassung, die am 10. Dezember 1932 in Kraft trat. Erster Premierminister war Phya Mano Pakorn Nitithada. Dieser konnte jedoch nicht verhindern, daß sich die Reformer von 1932 kurze Zeit später in ein ziviles und ein militärisches Lager spaltete. Eine Spaltung, die bis heute in der thailändischen Politik eine wichtige Rolle spielt.

Im Jahr 1938 wurde der nationalistisch gesinnte General Phibul Songkhran für 15 Jahre Premierminister. Zeitweise mit diktatorischer Macht, zeitweise ohne; mal kommt er durch einen weiteren Staatsstreich an die Regierung, mal über Wahlen. Seine geographischen Expansionsbestrebungen, alle Thaivölker in einem großen Reich unter Führung Bangkoks zu vereinen, begründete er mit seiner Pan Thai - Doktrin. Dementsprechend änderte er 1939 den Landesnamen Siam in Thailand um. Auf thailändisch "Prathet Thai" , das soviel wie "das Land der Freien" bedeutet.

Khuang Aphaiwong ist viermal für kurze Zeit Premierminister. Zwei Mal tritt er gegen Meinungsverschiedenheiten mit der Nationalversammlung  nach wenigen Wochen zurück. Das dritte Mal gibt es wenige Wochen nach seinem Amtsantritt Neuwahlen, und das vierte Mal bereitet, wiederum nach wenigen Wochen, ein Staatsstreich seiner Regierung ein Ende.

Im zweiten Weltkrieg wurde Thailand Alliierter der Achsenmächte Nazi-Deutschland, Italien und Japan. Premierminister Phibul Songkhran schloß mit Japan am 21. Dezember 1941 einen Bündnisvertrag, in der Erwartung Gebiete zurückzuerhalten, die einige Jahrzehnte zuvor an das britische Kolonialreich verloren gingen. Noch im gleichen Jahr marschierten japanische Truppen in die Hauptstadt Thailands ein und machten das Oriental-Hotel zu ihrem Hauptquartier. Die Okkupation beschränkte sich jedoch nur auf Bangkok und einige angrenzenden Regionen. Unter anderem in der Provinz Kanchanaburi, wo Tausende Kriegsgefangene der Japaner unter unmenschlichen Bedingungen am Bau der berüchtigten Brücke am River Kwai eingesetzt wurden.

Als sich abzeichnete, daß Japan den Alliierten unterliegen wird, organisierte sich in Thailand der Widerstand gegen Premierminister Phibul Songkhran und seine Regierung. Im Juli 1944 wird Phibul Songkhran gezwungen, vom Amt des Premierministers zurückzutreten. Eine Gruppe von Politikern, die während des Zweiten Weltkriegs auf Seiten der Alliierten stand, übernimmt im Nachkriegs-Thailand die Staatsführung.

Am 9. Juni 1946 ist das thailändische Volk durch den plötzlichen Tod ihres erst 21 Jahre alten Monarchen, König Ananda Mahidol RamaVIII., der erst vor wenigen Monaten den Thron bestiegen hatte, tief bestürzt. Die Umstände seines geheimnisvollen Todes blieb bis heute ungeklärt. Sein jüngerer Bruder Prinz Bhumibol Adulyadej, der zu dieser Zeit in der Schweiz studierte, sah sich unvermittelt mit Aufgaben eines Königs konfrontiert. Um diesen gerecht zu werden, wechselte er seine Studienfächer und besuchte Vorlesungen an der politischen und juristischen Fakultät. Nach dem Ende seines Studiums heiratete er am 28. April 1950 Königin Sirikit, die Tochter des thailändischen Botschafters in Frankreich. Beide werden am 5. Mai 1950 in Bangkok gekrönt. König Bhumibol Adulyadej Rama IX. verschaffte sich rasch Respekt und Anerkennung in der Bevölkerung. Er konnte jedoch nicht verhindern, daß das Militär in den folgenden Jahren immer wieder versuchte an die Macht zu kommen.

Seit 1951 führt der König Entwicklungsarbeit vor allem in ländlichen Gebieten durch. Er iniziierte ca. 2000 Projekte in der Landwirtschaft, Land- und Wasserressourcen Gewinnung, Gesundheit und Unterricht, die von der Mehrheit der Thais unterstützt werden. In seinen zahlreichen Reisen durch das Land, lernte er aus erster Hand die Probleme der Menschen kennen. Er war 1955 der erste Monarch, welcher in den Nordosten Thailands reiste. Seitdem besuchte er alle 76 Provinzen des Landes. Ganz in der Tradition der Chakri Dynasty versuchen der König, seine Frau Königin Sirikit und die anderen Mitglieder der königlichen Familie für das Wohlergehen der Thais und des Landes zu sorgen.

Bei der Übergabe eines Schwimmbaggers, den die thailändische Marine von den USA als Teil einer Militärhilfe erhielten, nimmt am 29. Juni 1951 eine Gruppe von Marine-Offizieren   Premierminister Phibul Songkhran gefangen und und fordern von ihm eine Umstruktuierung der Regierung. Zwar wird Marschall Phibul Songkhran nach einigen Tagen freigelassen ohne daß er eine Bedingung der Putschisten zu erfüllen gedachte, schwächte dieser Vorfall seine Machtstellung.

Unter dem Vorwand, die Regierung sei unfähig die wirtschaftlichen Probleme des Landes zu bewältigen, putscht General Sarit Thanarat am 20. Oktober 1958 erneut und bleibt bis zu seinem Tod im Jahre 1963 ein "starker Mann" in Thailand.

Feldmarschall Thanom Kittikachorn putscht am 17. November 1971, setzte die Verfassung außer Kraft, löste das Parlament auf und verhängte über das ganze Land das Kriegsrecht. Als Begründung führte er an, die Verfassung sei nicht effizient, die Parteien nicht kooperativ und außerdem drohten dem Land Terrorismus und Kommunismus. Die Revolutionäre Partei, die von Thanom kontrolliert wurde, stützte seine diktatorische Regierung. Im neu gegründeten fünfköpfigen Nationalen Exekutivrat erhielt er jedoch den Vorsitz. Weitere Mitglieder des Rates waren der frühere Premierminister Pote Sarasin und Feldmarschall Prapass Charusathiara.

Am 14. Oktober 1973 begannen Studenten der Thammasat- Universität mit friedlichen Demonstrationen, die sich anschließend zu einem Massenprotest ausweiteten, bei denen es zu Zusammenstößen zwischen Studenten und Ordnungskräften kam. Bei den Auseinandersetzungen wurden mindestens 400 Personen getötet, mehrere Tausend verwundet und vier Gebäude gingen in Flammen auf. Dieser Tag ging als Wan Maha Wippasok (der tragischste Tag) in die neuere thailändische Geschichte ein. König Bhumiphol überredet Premierminister Feldmarschall Thanom Kittikachorn und seine zwei engsten Vertrauten, den stellvertretenden Premierminister Feldmarschall Prapass Charusathiara und Oberst Narong Kittikachorn (ein Sohn Thanoms), das Land zu verlassen. Kurz darauf wird der Rektor der Thammasat-Universität, Sanya Dhammasak, zum neuen Premierminister ernannt. Dieser verkündete am 7. Oktober 1974 eine neue demokratische Verfassung, in der auch das Recht auf allgemeine Wahlen festgeschrieben wurde. Die Brüder Seni und Kukrit Pramoj waren betont antimilitante Demokraten und lösten sich gegenseitig als Regierungsschefs ab. Der Frieden im Land hielt nicht lange an. Ex-Premierminister Thanom Kittikachorn kehrte als Mönch verkleidet aus dem Exil zurück. Dies sprach sich unter den Studenten sehr schnell herum und in der Thammasat-Universität kam es erneut zu Demonstrationen gegen Thanom Kittikachorn, die aber von den Militärs blutig niedergeschlagen wurden. Das Militär übernahm unter General Kriangsak die Macht. Er hob die neue Verfassung auf und verkündete den nationalen Notstand. Er versprach eine schrittweise Rückkehr zu demokratischen Verhältnissen innerhalb von 12 Jahren. Aber die von General Kriangsak eingesetzte Zivilregierung konnte sich nur 13 Monate halten. Die am 22. April 1979 abgehaltenen Neuwahlen bringen jedoch keine Veränderungen und General Kriangsak konnte sich weiter an der Macht halten. Im März 1980 gab es aber trotzdem ein Novum in der Geschichte der thailändischen Demokratie. Durch einen Mißtrauensantrag im Parlament wurde der General durch seinen Verteidigungsminister General Preß Tinsulanonda abgelöst.

Am 1. April 1981 besetzten eine Gruppe jüngerer Offiziere unter Führung von General San Chipatima verschiedene wichtige Regierungseinrichtungen in Bangkok. Die Putschisten behaupteten, sie stünden der herrschenden Militär-Clique kritisch gegenüber und unterstützten eine Demokratisierung Thailands. Die königliche Familie, die zuvor mit dem  Premierminister nach Khorat fliehen konnte, versagte den Rebellen jedoch die Unterstützung und stellt sich auf die Seite Prems. Die Unterstützung durch die königliche Familie macht es Prem möglich, loyale Truppen zusammenzustellen und nach Bangkok zu entsenden, worauf sich die Putschisten am 3. April 1981 ergaben. General San Chipatima und andere Führer der Putschisten flohen aus dem Land.

Im Mai 1987 erhielt König Bhumibol Adulyadej Rama IX. von seinem Volk den Titel "der Große". Dieser Titel kann nur nach einer Befragung des gesamten Volkes vergeben werden. Mit dieser Entscheidung wird deutlich, wie hoch die Achtung der Thais vor ihrem Königshaus und besonders aber vor ihrem König ist.

Nach vorgezogenen Neuwahlen im Juli 1988 verzichtete überraschenderweise Premierminister Prem Tinsulanonda auf eine weitere Amtszeit. Sein Nachfolger wurde Chatichai Choonhavan (Sohn chinesischer Einwanderer).

Am 23. Februar 1991 stürzte das thailändische Militär wieder eine frei gewählte Regierung. In einem unblutigen Staatsstreich unter der Führung des Oberkommandierenden der Streitkräfte, General Sunthorn Kongsompong, und des Armee-Chefs, General Suchinda Kraprayoon, wurde die Regierung von General Chatichai Choonhavan abgesetzt. Chatichai und eine Reihe weiterer hochrangiger Politiker wurden verhaftet, als sie ein Flugzeug nach Chiang Mai besteigen wollten. Als Vorwand diente deren Korruptheit. General Sunthorn Kongsompong bildete daraufhin ein Kommitee zur Erhaltung des Nationalen Friedens (National Peacekeeping Council), daß wohl auf Druck von König Bhumibol Adulyadej Rama IX., den 59-jährigen Diplomaten Anand Panayarachun als neuen Regierungsschef akzeptierte. Die Putschisten setzten wieder einmal die Verfassung außer Kraft, lösten das Parlament auf und verhängten das Kriegsrecht über das ganze Land. Als Begründung für den Staatsstreich führten sie in erster Linie die weit verbreitete Korruption an und bildeten eigens aus diesen Grund einen Untersuchungsausschuß. Unter vorgehaltener Hand hieß es jedoch, daß General Chatichai den politischen Ratschlägen zu wenig Beachtung schenkte.

Neuwahlen am 22. März 1992 brachten keiner Partei eine regierungsfähige Mehrheit. Von den ins Parlament gewählten 11 Parteien bildete sich zwei gespaltete Blöcke, von denen der eine als Pro-Militär-, der andere als Pro-Demokratie-Partei klassifiziert wurde. Auf Vorschlag des Vorsitzenden des Kommitees zur Erhaltung des Nationalen Friedens, Sunthorn Kongsompong, wird in einem königlichen Erlaß General Suchinda Kraprayoon zum Premierminister ernannt.

Als Folge der Ernennung Suchindas zum Premierminister,  demonstrierten am 17. Mai 1992 in Bangkok über 150.000 Menschen gegen den Premierminister und forderten seien Rücktritt. Auch in den Städten Chiang Mai , Khon Kaen und Hat Yai kam es zu Demonstrationen gegen Suchinda. Als Protestführer Chamlong Srimuang mit einer Gruppe von 40.000 Demonstranten vor das Regierungshaus ziehen wollte, kam es an der Phan-Fa-Brücke in Bangkok zu den ersten blutigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Demonstranten. Dabei wurden acht Demonstranten von der Polizei erschossen. Vor dem Amt für Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations Department) versammelten sich über 10.000 Demonstranten. Am  späten Abend setzen Demonstranten das Amt für Öffentlichkeitsarbeit in Brand.Premierminister Suchinda verhängte über Bangkok und Zentral-Thailand das Ausnahmerecht und verbietete politische Versammlungen von mehr als 10 Personen. Zu der folgenschwersten Konfrontation kam es am 18. Mai 1992 auf dem Königsplatz vor dem Denkmal der Demokratie in Bangkok, als Soldaten  mit Maschinengewehren auf die Demonstranten schossen. Nach offiziellen Angaben waren über 50 Todesopfer zu beklagen und ca. 200 Verletzte. Rund 2000 Demonstranten wurden verhaftet. Vor laufenden Kameras internationaler Fernseh-Teams wird auch der Anführer der Protestbewegung, Chamlong Srimuang, abgeführt. Nach Tagen weiterer Demonstrationen legte Premierminister Suchinda auf Druck von König Bhumibol Adulyadej Rama IX. am 24. Mai 1992 sein Amt nieder. An seine Stelle trat Anand Panyrarachun, der nach dem Putsch im Februar 1991 schon einmal für 14 Monate Premierminister war.

Bei landesweiten Parlamentswahlen am 13. September 1992 gingen erwartungsgemäß die sogenannten "Pro-Demokratie-Parteien" als eindeutige Sieger hervor. Die meisten Parlamentssitze, insgesamt 79, erhielt die Demokratische Partei, gefolgt von der Chart Thai, 77 Sitze; Chart Pattana, 60 Sitze; New Aspiration, 51 Sitze; Phalang Dharma, 47 Sitze; Social Action, 22 Sitze; Solidarity, 8 Sitze; Seritham, 8 Sitze; Muan Chon, 4 Sitze; Prachakorn Thai, 3 Sitze; Rassadorn, 1 Sitz. Chuan Leekpai.wurde neuer Premierminister.

Im Jahr 1995 wurde nach den Wahlen Banharn Silpa Archa, von der Chart Thai Partei, neuer Premierminister. Ihm wurde nachgesagt, daß er sich großzügig Wählerstimmen erkauft habe, was in Thailand keine ungewöhnliche Praxis ist. Seine Amtszeit überdauerte nicht ganz ein Jahr. Nach Neuwahlen Ende 1996 wurde Chavalit Yongchaiyudh von der New Apiration Party neuer Regierungsschef.

Im Mai 1996 feierte Thailand das 50-jährige Thronjubiläum von König Bhumibol Adulyadej Rama IX. Er ist der am längsten regierende Monarch der Welt.

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