Informationen zum Visum für Studienaufenthalte
(gilt nicht für Staatsangehörige aus einem Land der Europäischen Union)

 

Wer darf zum Studium einreisen?

Die Bundesrepublik Deutschland ermöglicht ausländischen Staatsangehörigen im Rahmen der Entwicklungshilfe und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit eine akademische Aus- oder Fortbildung zu absolvieren, mit der sie später in ihrem Heimatland bei dessen Weiterentwicklung helfen können.

Für eine solche Ausbildung kommen in Betracht staatliche oder staatlich anerkannte Hochschulen (Universitäten, pädagogische Hochschulen, Kunsthochschulen und Fachhochschulen) oder vergleichbare Ausbildungsstätten, Berufsakademien sowie staatliche oder staatlich anerkannte Studienkollegs. Möglich sind auch Aufenthalte von maximal einem Jahr für den Besuch eines deutschen Sprachkurses, wenn die Deutschkenntnisse für die Berufliche Ausbildung oder ein späteres Studium erforderlich sind. Deutschkurse müssen als Intensivkurs mit mindestens 15 Stunden pro Woche angelegt sein.

Abend-, Wochenend- oder Fernstudien genügen den Anforderungen nicht. Die allgemeinen schulischen Voraussetzungen für die Aufnahme des beabsichtigten Studiums können nicht im Bundesgebiet nachgeholt werden.

Der Aufenthaltszweck umfasst Sprachkurse zur Studienvorbereitung, Studienkollegs, erforderliche oder von der Hochschule empfohlene Praktika sowie ein grundständiges Studium bis zum ersten berufsqualifizierenden Abschluss an einer deutschen Hochschule (Grund- und Hauptstudium einschließlich studienbegleitender Praktika, Zwischen- und Abschlussprüfungen), auch nach einem vorherigen Studium im Ausland oder nach einem Studium im Ausland ein Aufbau-, Zusatz- oder Ergänzungsstudium (Postgraduiertenstudium) oder eine Promotion sowie anschließende praktische Tätigkeiten, sofern sie zum vorgeschriebenen Ausbildungsgang gehören (z.B. Arzt im Praktikum).

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Wie läuft das Visumverfahren ab?

Zur Antragstellung in der deutschen Auslandsvertretung muss eine Verpflichtungserklärung nach § 84 Ausländergesetz vorgelegt werden, aus der sich ergibt, dass der Lebensunterhalt des Antragstellers in der Bundesrepublik gesichert ist. Das Formular ist in den Einwohnermeldeämtern erhältlich, wo auch die Unterschrift beglaubigt wird.

Weiter wird eine Bestätigung über die Zulassung zum Studium bzw. ein Nachweis benötigt, dass die schulischen Voraussetzungen für die Aufnahme des Studiums erfüllt sind.

Die Auslandsvertretung übermittelt den Visumantrag an die Ausländerbehörde zur Stellungnahme. Diese muss vor allem die Bonität der abgegebenen Verpflichtungserklärung prüfen, wenn die Referenzperson im Bundesgebiet wohnhaft ist. Ansonsten prüft die Auslandsvertretung selbst.

Die Ausländerbehörde gibt nach Abschluss der erforderlichen Prüfungen ihre Stellungnahme an die Auslandsvertretung, die abschließend über die Visumerteilung entscheidet.

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Ist der Familiennachzug zu Studierenden möglich?

Der Nachzug von Ehegatten und minderjährigen Kindern kommt nur in wenigen Fällen in Betracht. Voraussetzung ist zunächst, dass der /die Studierende bereits immatrikuliert ist und den Lebensunterhalt für sich und die nachziehenden Personen ohne Inanspruchnahme von Mitteln der Sozialhilfe sichern kann. Die Abgabe einer Verpflichtungserklärung nach § 84 des Ausländergesetzes reicht aus.

Weiter müssen hier aufhältliche Studierende

  • ihre Ausbildung im Bundesgebiet durch Stipendienmittel finanzieren oder
  • bereits im Ausland einen Hochschulabschluss erworben haben und zur Weiterbildung in Deutschland studieren (Postgraduierte) oder
  • bereits einen Hochschulabschluss in Deutschland erwoben haben und nach längerer Erwerbstätigkeit im Ausland zur Weiterbildung in Deutschland studieren (Postgraduierte) oder
  • Staatsangehörige eines der in § 9 der Arbeitsaufenthalte-Verordnung AAV genannten Staaten (s. Tabelle Staaten nach § 9 AAV) sein.

In allen übrigen Fällen kommt ein Familiennachzug praktisch nicht in Frage.

Der Antrag für ein Visum zum Nachzug wird mit der Verpflichtungserklärung bei der deutschen Auslandsvertretung gestellt. Diese fordert von der Ausländerbehörde eine Stellungnahme an. Die Ausländerbehörde prüft die Bonität einer Verpflichtungserklärung, stellt fest, ob der Wohnraum ausreicht und der hier aufhältliche Student zu dem o.g. Personenkreis gehört. Auf dieser Basis gibt sie die Stellungnahme an die Auslandsvertretung ab, die dann abschließend über die Visumerteilung entscheidet.

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Allgemeiner Hinweis:

Diese Informationen sind auf den „Normalfall„ zugeschnitten. Haben Sie bitte Verständnis dafür, dass im Einzelfall Abweichungen möglich sind. Alle Angaben ohne Gewähr.

Staaten nach § 9 AAV sind:

Andorra Australien Finnland Island Israel Japan
Kanada Liechtenstein Malta Monaco Neuseeland Norwegen
Österreich San Marino Schweden Schweiz USA Zypern

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