Was ist ein Moor?Moor ist ein geographischer Begriff wie Gebirge, See oder Wüste. Als Moor gilt eine mindestens 30 Zentimeter starke Schicht oder Schichtfolge von Torfen. Diese ist im Laufe von Jahrtausenden durch Vertorfung von Pflanzen entstanden. Hauptmoorbildner sind die Torfmoose.
Moore entstehen auf Standorten mit positiver Wasserbilanz. Das bedeutet, daß den überwiegenden Teil des Jahres ein Wasserüberschuß herrscht.
Bild: Blick auf eine Hochmoorfläche
Die Entwicklung von Mooren in Nordwestdeutschland begann nach der letzten Eiszeit, vor etwa 10.000 Jahren. Sie war bedingt durch die Klimaverbesserung, insbesondere den allmählichen Temperaturanstieg. Die Entwicklung der Moortypen und Moormächtigkeiten ist abhängig
Grundsätzlich unterscheidet man zwei Hauptmoortypen: das Hochmoor und das Niedermoor.
Hochmoore sind reine Regenwassermoore. Sie haben ihren eigenen, stark sauren, mineral- und sauerstoffarmen Wasserhaushalt. In diesem Milieu gedeihen nur wenige Pflanzen. Die Torfmoose (Sphagnum)sind die hauptsächlichen Torfbildner im Hochmoor. Im Gegensatz zu den meist ebenen Niedermooren, wölben sich Hochmoore uhrglasförmig meterhoch über der Mineralbodenoberfläche auf (daher auch der Name Hochmoor).
Die Niedermoore entstehen hauptsächlich in den Niederungen der Flußsenken
und durch Verlandung von Seen und Altwässern der Flußläufe. Wichtiges Merkmal der Niedermoore ist,
daß sie unter Grundwassereinfluß stehen. Durch die Wasserbewegung können Mineralstoffe für
die Pflanzenernährung zugeführt und wasserlösliche Vertorfungsprodukte abgeführt werden. Das
Grundwasser enthält mehr Sauerstoff als Regenwasser und sorgt für eine schnellere Zersetzung der abgestorbenen
Pflanzen. Die Torfbildung ist daher geringer als im Hochmoor.
Bild: Die Niedermoorfläche auf dem Freigelände des Museums.
Moore gibt es auf der ganzen Erde. Der Gürtel der Moorbildung ist dabei auf der Nordhalbkugel viel umfangreicher. In der Ausstellung sehen Sie verschiedene Fotografien von Mooren aus Finnland, Alaska, Chile und anderen Ländern der Erde.
Die meisten Moorflächen in Deutschland gibt es in Niedersachsen und Bremen mit 2492 km2. Den drastischen Rückgang der Moorflächen über zwei Jahrhunderte können Sie anhand von Karten in unserer Ausstellung nachvollziehen.
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