| "Ponce ist Ponce - und der Rest ist eine Insel." Mit diesen Worten beschreibt unser Führer im Historischen Museum selbstbewußt die Stellung seiner Stadt. Perle des Südens wird sie genannt, in ihrer Mitte steht das meistfotografierte Gebäude der Insel, das schwarz-rot-gestreifte Feuerwehrhaus, und wer sich die Zeit nimmt, auch abseits der Plaza durch sie Gassen zu streifen, versteht sehr schnell: diese Stadt wurde von Puertoricanern erbaut! Zwar ist das spanische Erbe hier und da noch zu erahnen, in einem Balkon oder einem Innenhof, doch die Straßen werden bestimmt vom Ponce Creole. Pastellfarbene Art Deco Fronten wechseln sich ab mit klassizistischen Stilelementen, jedes Haus ist mit einer hübschen Balustrade, vorspringenden Simsen oder einer verspielten Veranda geschmückt. |
| Das Haus des (deutschstämmigen)Architekten
Wiecher (Casa Wiecher-Villaronga - Calle Reina/Mendez
Vigo) oder die Residencia Monsato sind die
greifbaren Beweise dieser liebevollen Architektur, in der
die heitere Ruhe und das ausgeprägte, aber nie arrogante
Selbstbewußtsein der Ponceños zum Ausdruck kommt. Grün ist Ponce, palmengesäumt die Straßen im historischen Distrikt rund um Plaza Central, gepflegte Parkanlagen mit Hibiscus und Bougainvillea laden ein, hier ein wenig auszuruhen und dem quirligen Leben in den Straßen zuzusehen. Kostenlose Busse in den Stadtfarben schwarz und rot bringen die Touristen zu allen Sehenswürdigkeiten, und die sind zahlreich hier. Auf dem Hügel über der Stadt, dort, wo immer ein leichter Wind für ein angenehmes Klima sorgt, baute in den dreißiger Jahren der Besitzer der Rumdestillerie "Don Q" ein architektonisches Juwel: das Castillo Serralles, heute ein Museum. |
| Wenig bekannt in Europa ist die
Tatsache, daß in Ponce eine der bedeutendsten
Kunstsammlungen der Karibik zu finden ist. Das Museo
de Arte (Avenida las Americas), selbst ein Kunstwerk
mit Besonders interessant: die zahlreichen Exponate aus dem Jugendstil, seien es nun zarte, durchsscheinende Glasvasen oder wandfüllende Gemälde wie "Der Schlaf des Königs Artus in Avalon" von Edward Burne-Jones. Lord Leightons "Flaming June" ist zum Sinnbild des Museums geworden, eine schlafende Schönheit, die darauf zu warten scheint, wachgeküßt zu werden. |
Ponce |